Wandhöhe: 450m, 15. Seillängen (500m Kletterlänge)
Kletterzeit: 10h
Zustieg: ca. 1h, Abstieg: ca. 1,5h
Kletterpartner: Christoph Pisoni, Florian Thoma

Also Christoph hat mich für diese Aktion ja nur bekommen, weil es spontan gewesen ist. So spontan, es war zu wenig Zeit, um sich den Kopf zu zerbrechen, warum man diese Kletterei nicht machen sollte. Und so sind wir dann um 6:00 nach Reit (zwischen Lofer und Unken) zur Alpawand aufgebrochen. Beim Zustieg hat man einen guten Blick auf die Wand. Der Gedanke, es ist wohl für meine Verhältnisse eine brachiale Tour, keimte erstmals auf. Aber wir waren guter Dinge.

Nach einem kurzen Zustieg, sind wir um ca. 8:30 dann eingestiegen. Die erste SL mit einer 7+ hat uns dann gleich recht gefordert. Aber es klappte halbwegs und ging dann bis zur 5.SL ganz flüssig weiter. Hier war der Rissüberhang wie im Topo beschrieben nass und wir hätten besser getan hier auf die Genuss zu wechseln. Christoph ist nach dem zweiten Sturz ein bisschen demoralisiert wieder zum Stand gekommen. Die zwei erfahrene Bergsteigerinnen Elke und Lucy haben uns dann beim A0ern der Stelle geholfen und sind vor geklettert. So musste ich nur den Christoph ein bisschen aufbauen und wir sind dann ganz gut bis zur 7ten SL. weiter gekommen. Die 8- Stelle in der 7ten Seillänge war für mich auf jeden Fall technisch zu klettern und am Ende der anhaltenden 8ten Seillänge musste mich dann Christoph aufmuntern weiter zu klettern. Physisch aber auch psychisch hatte ich meinen Tiefpunkt der Tour. Also wechselten wir noch einmal die Führung und ich konnte mich in den etwas leichteren Seillängen zwischen den 7er Stellen erholen. Am Ende der 11ten Seillänge ging die Sonne nicht nur in der Wand auf. Die Felsneigung wurde ein bisschen flacher und die Luft unter unseren Sohlen wurde ein bisschen weniger. Ausserdem konnten wir nun das Ende der Tour ausmachen und wussten, nur mehr eine schwierige Seillänge (die dann mit erholtem Kopf überraschend leicht gegangen ist)!

Wir beendeten diese 15 Seillängen stolz und glücklich um 19:00. Auf jeden Fall war das eine Tour am Limit unserer Leistungsfähigkeit und wir haben zu lange gebraucht. Das ist vor allem dem durchgängigen hohen Schwierigkeitsgrad und ausdauernden, kräftezehrenden Seilländen geschuldet. Aber das Wetter war uns gut gesonnen und gemeinsam haben wir uns gestärkt und durch die dunklen Minuten der Tour getragen. Jetzt nach ein paar Tagen Pause freue ich mich schon auf ein Wiedersehen mit der Alpa Nordwand.

Die Alpawand wurde von Josef Brüderl und Fritz Amann eingerichtet und ist bestens abgesichert. Hier die Homepage der beiden und die Topos der Alpawand von der Homepage.