Es war ein schönes Treffen.

Es war fein.
Es war anstrengend.
Es war eine Herausforderung.
Es war warm.
Es war kalt.
Es war lustig.
Es war ein Erlebniss.
Es war ein Alpenteuer.
Aber vor allem war es sehr sehr lang.

(Patxi Azpiroz del Pedro, baskisches Multitalent)

Gipfel: 3360 m.ü.A.
Kletterzeit: ca. 3.5h
Ausgangspunkt: Gießenerhütte
Zustieg: 2.5h, Abstieg:3h
Gesamtzeit Hütte-Hütte ca. 12h
Seilschaften: Wolfgang & Patxi, Anna & Christoph, Florian & Thomas & Jakob

Auf den zweiten Anlauf hats nun funktioniert! Der Südpfeiler ist eine beliebte Route, die mittels mobilen Sicherungsgeräten im meist unteren 5ten Schwierigkeitsgrad auf die Hochalmspitze führt. Herausgestrichen sei hier das beliebt und so kam es, dass wir von der Gießenerhütte, unserem Ausgangspunkt der Tour, um 5 Uhr früh nicht die Einzigen auf dem Weg zum Südpfeiler waren. Laut dem Wetterbericht vom Vorabend waren Gewitter ab 14 Uhr im Gebiet des Gipfels möglich und daher die Aufbruchsstimmung dem entsprechend vorgespannt. Um 8 Uhr starteten Wolfgang & Patxi mit der ersten Seillänge und mit den ersten Sonnenstrahlen am Pfeiler. Sie schafften es noch vor den zwei kärntner Kasnudelseilschaften, die sich weiter rechts von uns vorbereiteten. Unsere dreier Seilschaft musste das Reinschneiden unsrer Kärntner Kollegen auf Höhe des ersten Standes selbstlos hinnehmen. Es hat schließlich jeder ein Recht auf die Tour.

Da wir uns mit der Schwierigkeit der Tour nicht übernommen hatten und auch der Fels für die mobilen Sicherungen und Stände besser nicht sein konnte, genießen wir die ersten Klettermeter unserer dreier Seilschaft. Gegen die vierte Seillänge wurden wir von der Wartezeit und den aufkommenden Kumulus Nimbus langsam unruhiger. Ein gekonnter Seilkrangel von Tom war zu diesem Zeitpunkt ein gut platzierter Stresstest ?

Mit fast 2 Stunden Rückstand zu Wolfgang und Patxi (den Ersten) erreichen wir zu Dritt um 13:30 den Gipfel, Jucheee Schnaps!!!

Das Wetter war noch stabil aber im Hinblick auf die Massen der Bergsteiger, Italiener und Models am Rückweg über die steinernen Mandeln, traten wir um kurz nach 14 Uhr den Abstieg an. Durch ein Abseilen auf die 40° Firnflanke mit anschließender Rutschpartie konnten Anna, Tom und Christoph die Italiener überholen. Gleichzeitig sorgten Sie bei uns für eine kurze Atempause. Da nun die Sonne wiedergekommen war, musste Christoph im 5°C warmen See am Fuße des Gletschers baden um nicht zu überhitzen.

Um 17 Uhr erreichen wir nach 12 Stunden wieder die Hütte.  Sehr entspannt nach Säften, Suppe, Topfenpalatschinken und einem Kaffee gings dann die letzten 500 Höhenmeter zum Parkplatz am Gößkarspeicher. Es war für mich wieder lehrreich und eine riesige Freude zugleich mit euch unterwegs gewesen zu sein. Jakob