Treeline Dachzelt im Grünen

Auf der Suche nach der für uns passenden Campinglösung haben wir uns an diesem Wochenende aufgemacht um eine Neuheit unter den Dachzelten zu testen. Von der Firma Easygoinc aus Wels haben wir uns vom kanadischen Hersteller Treeline das Dachzelt Ponderosa ausgeborgt und uns mit unseren beiden Kindern (2 und 4) zum Attersee aufgemacht. Das Dachzelt wurde auf unserem VW Sharan montiert. Im Vorfeld hat mich ein Freund schon ein bisschen gefoppt, weil er meinte das Dachzelt sei auf den Bildern im Netz vor allem auf Jeeps und Pickups zu finden. Sieht ja wirklich cool aus. Auf einem Sharan? Oje, Oje… Aber davon haben wir uns nicht abhalten lassen. Also nun zu unserer Erfahrung mit dem Zelt.

Die Montage vom Zelt war nicht kompliziert. Zu zweit konnten wir das 60 kg schwere Teil ganz gut auf das Dach vom Sharan stemmen. Das Zelt wird dann auf die Querstreben (in unserem Fall den Evo WingBars von Thule) vom Dachträger mit einer universell anwendbaren Einrichtung festgeschraubt. Beim öfteren Einsatz sollte man in der Garage oder im Carport eine Aufhängeeinrichtung mit Absenkmöglichkeit bauen um das Zelt auch alleine und ohne viel Aufwand am Dachträger montieren zu können. Dann sind wir noch kurz den wirklich unkomplizierten Auf- und Abbau (jeweils ca. 15 min.) durchgegangen und los ging es von Wels in Richtung Wasser.

In Attersee am Attersee angekommen, haben wir uns dann an einem schönen Platz auf dem Grund eines Freundes eingerichtet. Der Aufbau funktionierte wieder reibungslos, Bettzeug rauf, Campingausrüstung in die Wiese und erst mal durch atmen. Wenn das Wetter mitspielt ist dieser Moment des Ankommens beim Campen immer ein wunderbarer Moment. Los geht die Zeit in der Natur. Zeit ohne viel Schnick Schnack und Reizen, Zeit mit den Kindern und Zeit mit Spaß am unmittelbaren erleben des Draussen-Seins.

Und so haben wir den ersten Tag bei heißem Badewetter und Lagerfeuer am Abend verbracht. Danach haben wir uns mit den Kindern zu viert ins Dachzelt gekuschelt, haben alle Fenster aufgemacht um mit dem Gefühl mitten im Wald zu liegen und auf den Sternenhimmel zu sehen einzuschlafen. Wunderbarer Schlummer,… bis zum ersten Klogang. Das Zelt gerät durch die Montage am Dach natürlich zwingend bei Bewegungen in Bewegung und bei vier Personen in einem Zelt muss man natürlich mit Bewegung in der Nacht rechnen. Nichts für den leichten Schlaf. Ansonsten fanden wir im Zelt ausreichend Platz für alle und verbrachten eine gemütliche erste Nacht.

Zum Punkt Schlafkomfort gehört auch die Unterlage erwähnt (ist sicher sehr subjektiv). Es gibt tolle Systeme welche die Matratze gut belüften und auch flexibel lagern (Lattenrost oder Pads). Das Dachzelt hat zwar keine ganz unbequeme Matratze (leider mit Plastikbezug, wohl wegen Schmutz und Feuchtigkeit), aber diese liegt dennoch auf der vollflächigen Aluminiumplatte auf. Ich zumindest musste mich mehrmals in der Nacht drehen um die Druckstellen zu entlasten. Die Liegefläche ist durch das Klappsystem vom Dachzelt in zwei Teile geteilt. Es kann da passieren, dass diese beiden Teile keine durchgehende Waagrechte bilden. Ein Graus für meine Hüften als die Platte bei den Füßen (der vom Auto überstehende Teil) in der ersten Nacht nach unten weg hing. Das kann man aber bei einer guten Positionierung und Unterstützung mit der Leiter vermutlich vermeiden.

Am nächsten Tag war dann schlechtes Wetter und Regen angesagt. Das kam uns natürlich recht, um das Zelt auf seine Schlechtwettertauglichkeit zu testen. Nun stellte sich aber heraus, dass ich den „regengeschützten“ Platz vorm Auto, unter dem Zelt überschätzt habe. Zum einen ist das Zelt durch die Höhe vom VW Sharan nicht hoch genug, um aufrecht darunter stehen zu können und zum anderen findet sich nicht genug Platz um trocken und entspannt, um einen Tisch versammelt den Regen abzuwarten. Dort zusätzlich auch noch kochen und essen ist nicht mehr möglich. Der Ausweichplatz, das Dachzelt selber, ist zu viert mit zwei kleinen Kindern und deren Bewegungs- und Spieldrang auch keine bequeme Lösung. Da das Dachzelt nur aus einer Schale besteht, kann es sein, dass Polster oder Bettlacken, welche direkt an die Zeltwand drücken, Wasser ansaugen. Es wurde bei mir jedenfalls unter dem Polster nach einer Nacht mit 6 Liter Niederschlag nass. Kurz, das Dachzelt ist für uns als vierköpfige Familie eine reine „Schönwetterlösung“.

Stürmische Bootsfahrt am Attersee, der Wind der Vorbote des Sommergewitters

Unser gemeinsames Fazit zum Treeline Dachzelt

Die perfekte Lösung für zwei abenteuerlustige Personen die mit einem Allradjeep und diesem AddOn in unwegsamen Gelände unterwegs sind. Zu zweit kann man auch Regen sehr gemütlich im und unter dem Zelt aussitzen und sich in der Nacht mit den Bewegungen des Partners leicht arrangieren (wenn man sein Schnarchen auch aushalten kann…). Das Dachzelt ist keine Lösung für uns als Familie die zwar in der Natur campen will, aber am Ende des Urlaubs auch halbwegs erholt und entspannt zurück kommen möchte. Wir werden also wieder weiter nach der perfekten Buslösung suchen. Bei der Rückgabe vom Dachzelt haben wir uns jedenfalls vom Thomas den ausgebauten SpaceTourer von Easygoinc angesehen. Und auch dafür begeistern lassen.