Mit dabei Patxi, Simon, Wolfgang

Nach ausgiebiger Planung („lasst uns die Wand machen“ – „aber wir haben doch vorher schon 1800hm Zustieg und kaum Schlaf“) ging das Abenteuer, nach einer erholsamen Nacht am Parkplatz in Wörgl, los. Erstes Ziel war klassisch der Similaun von Vent, beginnend mit dem elend langen Talhatscher, zur Abwechslung dieses Mal mit Schnee. So viel Schnee, dass die unzähligen riesigen Lawinenkegel den Wunsch nach aperen Wiesenhängen wieder hochkommen ließen…

Einer von uns war bereits in der Planungsphase äußerst motiviert auf die Similaun Nordwand, welche die anderen zwei aufgrund der Exponiertheit und  immer wiederkehrenden Felskontakts nur wenig anlachte. Anstelle dessen hätten wir als Eingehwand die Nordwestflanke der westl. Marzellspitze als guten Kompromiss und in unserem tollen Buch als reine Eisflanke abgebildet, ins Auge gefasst. Dem war nicht so, denn die Ausaperung schritt wohl die letzten 2 Jahre rascher voran. Zudem war die Similaun Nordwand gespurt –also nichts wie hinein. Bis auf wenige – dann jedoch sehr unangenehme und spannende – Meter im tiefen Gries, lief alles supertoll.

Am zweiten Tag war das Ziel die Weißkugel Ostflanke via Fineilspitz-Überschreitung und Hinteres Eis-Überschreitung. So ein Vorhaben zieht sich in die Länge, die Impressionen waren jedoch gewaltig und der Rückblick zum Ausgangspunkt umso eindrücklicher.

Am Folgetag war man sich einig, dass ein „Pausentag“ angebracht sei. Deshalb wurde lediglich der Fluchtkogel ins Auge gefasst (ginge es nach unserem Basken, hätten wir wieder alle am Weg-liegenden Gipfel besteigen müssen). Damit der alpinistische Anspruch aller befriedigt wurde ging es auf den Fluchtkogel via Gepatschferner und Nordwestflanke bzw. Nordgrat. Eine sehr gelungene Variante, wobei die beschriebene Eisflanke mit einem Gefälle bis zu 60° wohl schon abgeschmolzen war und nun eher durchgehende 45° aufwies. Da der Tag noch viel zu kurz war, hängten wir noch die Kesselspitze dran.

An unserem Abreisetag war die Motivation wieder groß – „Wir wollen den Hattrick“ (Petersenspitze Nord, Brochkogel Nord und Wildspitze Nord) stand groß auf unserer Stirn. Daraus wurde zum einen wetterbedingt (Petersenspitze) als auch materialbedingt (Brochkogel Nordwand sowie Wildspitz Nordwand mit einem Pickel waren nichts) nichts. Nur die Normalwege, bzw. beim Brochkogel eine superlässige Variante, nämlich die Ostflanke, welche eine Befahrung bis fast vom Gipfel erlaubte trauten wir uns zu

Mit weichen Beinen und der nahenden Föhnmauer im Nacken traten wir schließlich zufrieden wieder die Heimreise an.

Hier die GPS Tracks:

https://www.alpenvereinaktiv.com/en/tour/venter-runde-1-4-vent–similaun-huette/114144384/?share=%7Ezgiur3ra%244ossuuml

https://www.alpenvereinaktiv.com/en/tour/venter-runde-2-4-similaun-huette–hochjoch/114144946/?share=%7Ezgivgrct%244ossuumr

https://www.alpenvereinaktiv.com/en/tour/venter-runde-3-4-vent–hochjoch–vernagthuette/114145054/?share=%7Ezgivmjnm%244ossuumi

https://www.alpenvereinaktiv.com/en/tour/venter-runde-4-4-vernagthuette–vent/114145161/?share=%7Ezgivf9si%244ossuumj