Weissmies Gipfel

Teilnehmer: Britta Gilek, Ina Forchthammer, Reinhard Teubenbacher und Albert Schmid

Am Montag 8.8.2016 Start um 05:00 Uhr in St.Johann – Wir fahren mit Brittas Auto

Ankunft in Saas Grund um 14:00 Uhr dann mit der Seilbahn bis Kreuzboden 2.397m und anschließend 330 Hm (45 min) zur Weissmieshütte auf 2.726m. Ina geht zu Fuß vom Tal aus.

Di. 9.8.: Versuch Gipfelaufstieg Lagginhorn 4.010m – 1.284 Hm (4-5 Std)
Start 04:30: Nach zwei Stunden Felskletterei fängt es an zu regnen, es bleibt den ganzen Tag unbeständig und regnerisch, ab 3.500 m schneit es. Wir drehen um und gehen weiter zum Hohsaashaus, von wo wir am nächsten Tag das Weissmies in Angriff nehmen wollen.

Mi. 10.8.: Gipfelaufstieg Weissmies 4.017m – 922 Hm (3 Std.) und Abstieg (2,5 Std.)
Zum Teil Neuschnee in der Spur, wir sind die ersten am Weg und machen den Schneepflug für die anderen, sind aber dennoch schneller als der Rest (gut akklimatisiert vom Ortler!). Das Wetter ist sehr schön aber es ist extrem kalt mit stürmischem Wind. Die letzte ½ Stunde am Gigfelgrat wird es für die Mädels temperaturmäßig ziemlich grenzwertig, Reini und mir friert es nur die Finger ein Bisschen ein, schön wenn das „Oanageln“ nachlässt!
Retour über Hohsaashaus und von dort mit der Seilbahn ins Tal – Ina geht zu Fuß!  ÜN in Saas Fee in der Jugend-Wellnessherberge – Entspannung in der Sauna oder im Hallenbad, gemeinsames Abendessen im Ort mit Rösti und Flammenkuchen.

Do. 11.8.: Anstieg Domhütte 1.510 Hm (4-4,5 Std.) – wir starten erst um ca. 10:00 Uhr, aber es ist auch beim Zustieg sehr kalt, also kein Problem. Sehr schöne Terrasse mit wunderbarer Aussicht Richtung Matterhorn und Weisshorn, am Abend Föhnstimmung. Wetterbericht für Freitag sagt sehr kalt in der Höhe aber zunehmend sonnig voraus.

Fr. 12.8.: Versuch Anstieg Dom 4.545m – 1.650 HM (5-7 Std.)
Start 04:50 Uhr: Es ist total bewölkt. Nach ca. 45 min über steinigen Weg mit großen Blöcken zum Gletscher. Von dort über zum Teil sehr mächtige Spalten eingehüllt von Nebel, bei ziemlich starkem Wind und unter ständigem Beschuss der vom Wind mitgetragenen Eiskristalle, zur Felswand unter dem Festijoch. Dann ca. 150 Klettermeter im II. bis III. Grad zum Festijoch. Abseits der von allen benutzten Griffe, ist eine Blankeisschicht über dem Fels.

Endstation Festijoch (3.750 m): Da wir immer noch im Nebel sind und der Wind uns die Schneekristalle weiter unbarmherzig ins Gesicht peitscht, beschließen wir einstimmig, dass das heute keinen Sinn mehr macht, auch wenn es später vielleicht schön wird. Der Wind und die Kälte sind einfach zu extrem. Den Mädels erfrieren auch schön langsam die Zehen.

Dann abklettern und zweimal abseilen retour zum Gletscher. Wir hören beim ersten Abseilstand einen sehr lauten mehrstimmigen Schrei, denken uns aber noch nicht viel dabei. Nach einer weiteren halben Stunde Abstieg am Gletscher reißt es endlich auf, zuvor aber trägt der Wind noch einen Handschuh von Reini Richtung Tal, Endstation irgendwo in einer Gletscherspalte. Gottseidank hat Reini Reservehandschuhe mit. Das Wetter wird zunehmend besser, der Himmel ist schon ziemlich blau, wir schauen zurück zum Dom und machen ein paar spektakuläre Bilder von den Wolken- und Windformationen: Zum Teil sehen die Wolken aus wie Nordlichter mit allen Regenbogenfarben, zum Teil wirken sie wie die Krallen eines überdimensionalen Monsters das sich über den Dom hermacht und das im Schlepptau ein paar kleine gespenstische Gestalten mitzieht. Solche Wolken haben wir noch nie gesehen!

Auf 10:00 Uhr sind wir zurück bei der Domhütte und sehen dort, wie der Rettungshubschrauber Richtung Dom fliegt. Irgendwo nach dem Festijoch hat sich ein Unfall ereignet, ist jemand abgestürzt. Das waren also die Schreie die wir beim Abseilen gehört haben. Nach und nach kommen immer mehr von den anderen Seilschaften zurück, die später umgekehrt sind. Der Wind weiter oben war einfach zu heftig und es war viel zu kalt.